Herausragende Huldigung an Mozart und die Musik

Posaunenchor feierte Gründung des Chores wieder mit Abendmusik im Advent - Besucher zollten Anerkennung und viel Applaus

Der Start in das neue Kirchenjahr am 1. Advent ist auch gleichzeitig der Geburtstag des Evangelischen Posaunenchores Groß-Felda. Wie in jedem Jahr feiern die Bläserinnen und Bläser die Gründung des Chores, vor nunmehr 47 Jahren, mit einer Abendmusik im Advent in der Groß-Feldaer Kirche. In Vertretung für die erkrankte Pfarrvikarin Susanne Gessner begrüßte Dekan Dr. Jürgen Sauer die Gäste in der vollbesetzten Kirche im Namen des Posaunenchores und der Kirchengemeinde Groß-Felda. Sein besonderer Gruß galt den Mitwirkenden, die in wochenlangen Vorbereitungen auf diesen Abend hingearbeitet haben. An diesem Abend galt es gleich zwei Geburtstage zu feiern, nämlich den des Posaunenchores und den 250. von Wolfgang Amadeus Mozart, dessen Musik im Mittelpunkt des abwechslungsreich gestalteten Programms stand. Er lud die Gemeinde zum Zuhören und auch zum Mitsingen bekannter Adventslieder ein, um sich auf diese Weise auf die kommende Weihnachtszeit einzustimmen. Texte zum Advent wurden von Dekan Dr. Jürgen Sauer zwischen den musikalischen Darbietungen der Chöre und der Bläser gelesen.

Der Posaunenchor eröffnete die Abendmusik mit einer „Intrada“ von Pietro Torri. Der Bläsersatz begann achtstimmig und wechselte sich mit einem vierstimmig geblasenen „Kleinen Chor“ ständig ab. Diesen Einstieg meisterten die Bläserinnen und Bläser mit der entsprechenden Brillanz und großem Können und legten so den Grundstock für ihre weiteren Vorträge.

Im Anschluss zeigte Silke Werth ihr Können an der Orgel mit einem „Präambulum in B“ von Hans Georg Bertram. Nach dem Gemeindelied Macht hoch die Tür, welches die Bläser und die Orgel im Wechsel begleiteten, hatten die beiden „Gemischten Chöre“ aus Windhausen und Stumpertenrod ihren ersten gemeinsamen Auftritt an diesem Abend. Unter der Leitung von Hans Appel sangen sie das „Jubilate“ und „Alle Sterne glänzen heut“ und erhielten für ihren Beitrag spontanen Applaus der Zuhörer.

Nach den einheimischen Chören und Organisten kam nun eine erste Homage an das Geburtstagskind Wolfgang Amadeus Mozart. Nach einer kurzen Einleitung über das Leben und Wirken von Mozart von Chorleiter Herbert Schott, betonte dieser, dass Mozarts Musik sicherlich nicht für Blechbläser geschrieben sei. Es gestaltete sich nicht einfach bekannte Stücke aus Mozarts Werken als Bläsersätze zu bekommen, aber man wurde fündig. Aus der wohl bekanntesten Oper und gleichzeitig Mozarts letzter Oper „ Die Zauberflöte“ kündigte er die Stücke „Marsch der Priester“ und „In diesen heiligen Hallen“ an. Die Bläserinnen und Bläser trugen diese beiden Stücke sehr gekonnt vor, wobei besonders die Wechsel vom Mezzoforte zum Mezzopiano und zum Piano gut gelangen und den Charakter der beiden Stücke nämlich „Andante sustenuto“ (ruhig gehend, getragen) voll trafen.

Ihren ersten Auftritt hatten nun die Sängerinnen und Sänger der Landkantorei des Dekanates Grünberg. Sauber und gekonnt, in den einzelnen Stimmen brillierend, trugen sie den Choralsatz „Wie soll ich dich empfangen“ von Johann Sebastian Bach vor und erntenden den verdienten Applaus des Publikums. Die folgenden Lesungen zum Advent von Dekan Dr. Sauer wurden immer wieder von den Sängern mit dem Rahmenvers „Seht auf und erhebt eure Häupter“ unterbrochen. In ihrem zweiten Auftritt sangen die beiden gemischten Chöre aus Windhausen und Stumpertenrod die Lieder „Herr unser Gott“ und „Abendruhe“ von Wolfgang Amadeus Mozart.

Nun war wieder das Geburtstagskind selbst an der Reihe. Diese Darbietung sollte der Höhepunkt des Abends werden. Der Chor trug aus Mozart´s „Kleiner Nachtmusik“ die Sätze Allegro – Romanze (Andante) – Menuetto (Allegretto) und Rondo (Allegro)  nach einer Bearbeitung von Bernd Lechla und Hans-Ulrich Nonnenmann, vor. Chorleiter Schott kündigte diesen Beitrag dem Publikum an und betonte, dass es sich bei der „Kleinen Nachtmusik“ wohl um das populärste Werk aus Mozarts Feder handele. Ursprünglich war die diese „Serenade“ fünfsätzig, von denen eines der zwei Menuette aus heute nicht mehr feststellbarer Ursache verloren ging. „Eine kleine Nachtmusik“ dokumentiere gottbegnadetes Musikantentum und unübertroffene Meisterschaft in der Anwendung musikalischer Formen. Trotz der Kleinheit (Aufführungsdauer ca. 16 Minuten) ist dieses Werk von Mozart so vollkommen in seiner Form wie eine große Symphonie.

Die Schwierigkeiten bei diesem Vortrag waren einmal die Tempo- und Taktwechsel in den einzelnen Sätzen, sowie auch die ständigen Crescendi und Decrescendi, welche die Bläserinnen und Bläser gekonnt interpretierten. Großer Beifall und auch „Bravo“ Rufe aus dem Publikum machten deutlich, dass der Vortrag gelungen war.

Nach einer weiteren Lesung zum 1. Advent von Dekan Dr. Sauer sang der Chor der Landkantorei Grünberg das bekannte Weihnachtslied „Hark! The Herald Angels Sing“. Wobei der Text aus der Feder von Charles Wesley und die Musik von Felix Mendelssohn stammten. Mit einem weiteren Choral „Tochter Zion“, wurde das Programm fortgesetzt.

Nach einem Vorspiel der Bläserinnen und Bläser von Andreas Schumacher sang der Grünberger Chor die erste Strophe, die zweite wurde wieder vom Posaunenchor mit einer zweistimmigen Oberstimme, die mit Manfred Dreiucker und Dirk Weber besetz war, gespielt. Den dritten Vers sangen und spielten nun alle Akteure zusammen. Mit einem Gebet und dem „Vater unser“ endete eine herausragende Veranstaltung. Den Schlusspunkt setze noch einmal Silke Werth mit einem Orgelspiel „Auf Weihnachten“ von Johannes Weymann und der Posaunenchor verabschiedete sich mit dem „Andante grazioso“ von Wolfgang Amadeus Mozart von seinen Gästen. Viel Lob und Anerkennung für alle Mitwirkenden war nach dem Konzert von den Besuchern zu hören. Die Mühen der letzen Wochen und Monate hatten sich gelohnt. Am kommenden Samstag, vor dem 2. Advent sind die Darbietungen des Posaunenchores noch einmal in der Helpershainer Kirche ab 19.00 Uhr zu hören. Die Bläserinnen und Bläser feierten nach dem Konzertabend noch mit ihren Angehörigen im benachbarten Gemeindezentrum ihren 47. Geburtstag.

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