Reise durch die Welt des Weines - Biblische Weinprobe in Groß-Felda

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Zu einer außergewöhnlichen Veranstaltung hatte der Evangelische Posaunenchor Groß-Felda im Rahmen seiner Feierlichkeiten zum 50jährigen Chorjubiläum am vergangenen Wochenende eingeladen. Auf dem Programm stand eine „Biblische Weinprobe“, wobei sicherlich die Wenigsten vorher wussten was da auf sie in der Groß-Feldaer Kirche zu kommen würde. Versprochen hatte der Veranstalter einen Genuss für den Gaumen, die Nase und für die Ohren und die zahlreich erschienenen Gäste wurden sicherlich nicht enttäuscht. Grundgedanke dabei war, biblische Inhalte zum Thema „Wein“ mit einem genussreichen „Event“ zu verknüpfen und dabei alle Sinne in dieses Erlebnis mit einzubeziehen.

Nach einer Eröffnungsmusik der Bläserinnen und Bläser, dem „Trumpet Tune“ von H. Purcell, begrüßte der Vorsitzende des Groß-Feldaer Posaunenchores Gerhard Zulauf die Gäste, wobei sein besonderer Gruß den Mitwirkenden galt. Neben den Bläserinnen und Bläsern des Ev. Posaunenchores waren dies Madleen Eichenauer, Lea Sophie Ruppenthal (beide am Klavier), Silke Wert an der Orgel und der Vorsitzende der Winzergenossenschaft Loreley Bornich e.G. Herr Friedel Becker. Zulauf betonte außerdem, dass die Anregung vom Hessentag vor zwei Jahren in Butzbach mitgenommen wurde. Damals hatte die Ev. Kirche in Hessen und Nassau in der „Rosenkirche“ zu dieser besonderen Art von Öffentlichkeitsarbeit eingeladen und auch einige Bläser vom Pos. Chor aus Groß-Felda nahmen an der musikalischen Umrahmung teil. xwein Silke Werth

Chorleiter Herbert Schott gab anschließend einige Hinweise zum Verlauf der „Biblischen Weinprobe“, wobei er darauf hinwies, dass sich Musik, Lesungen zum Thema „Wein“ und die Verkostung selbst, immer wieder abwechseln würden. Auch werden bei den jeweiligen Lesungen verschiedene Weinbaugebiete Deutschlands dem Publikum vorstellt, so Schott abschließend. Bevor es dann mit der ersten Probe losging spielte Silke Werth an der Orgel noch das Stück Einzug-Auszug (B-Dur) „Für Dorothea“ von M. Hippe, wofür sie genau wie die Bläserinnen und Bläser vorher spontanen Applaus erhielt. Friedel Becker stellte dann den ersten Wein einen „Loreley Regent, Rotwein trocken“ vor. Mit seiner humorvollen, lockeren Art hatte er die Gäste schnell auf seiner Seite und dass er all seine Erläuterungen in seiner Mundart sprach gab der Vorstellung nebenbei noch eine besondere Note.xwein MAdleen Eichenauer

In der 1. Lesung von Chorleiter Herbert Schott wies dieser darauf hin, dass Wein zur Zeit Jesu im ganzen Mittelmeerraum Bestandteil der Kultur war. So überrascht es auch nicht, dass das Wort „Wein“ über 170mal im Alten und im Neuen Testament zu finden ist. Zählt man noch die Worte mit, die in inhaltlichem Zusammenhang mit dem Wort „Wein“ stehen, so kommt man auf eine Wortzahl von über 500. Diese Tatsache habe den Chor Veranlasst diese Thema in einer „Biblischen Weinprobe“ etwas intensiver zu erörtern. Er zitierte dann noch aus dem Buch der Sprichwörter 23, die Verse 31-34, wo es um den übermäßigen Genuss von Wein ging. Zum Schluss dieser 1. Lesung verlas er noch „Ratschläge für gutes Trinken“ von Carl Zuckmayer und stellte abschließend das Weinbaugebiet Baden kurz vor. Es folgten musikalische Beiträge von Madleen Eichenauer, die das Stück „Für Elise“ von Ludwig v. Beethoven am Klavier spielte und von Lea Sophie Ruppenthal, die das „L`Apres Midi“ aus der Filmmusik „Die fabelhafte Welt der Amelie“ ebenfalls auf dem Klavier vortrug. Beide erhielten für ihre gekonnt sicheres Spiel ein kräftigen Applaus vom Publikum. Danach verkostete man einen „Bornicher Rothenack, Rivaner trocken“, wobei wie bei jeder Probe die entsprechenden Erläuterungen zur Sorte selbst, zur Lage etc. von Friedel Becker erfolgten. xwein Friedel Becker

Alwin Werth hatte bei seiner 2. Lesung „Noah und der Wein“ zum Thema und er stellte dabei die Frage: „Noah, Urvater der Winzer und erster Trinker?“, dabei zitierte er Moses 9,Vers 20 und Moses 27, Vers 28. Aus Freude darüber dass sein Weinberg so wunderbare Früchte trug, trank er soviel von dem Rebensaft, bis sich alles um ihn dreht und er schließlich splitternackt mit einem Lächeln im Gesicht in seinem Zelt einschläft. Werth stellte dann das Weinbaugebiet Franken noch kurz vor und zitierte abschließend noch Shakespeare, wo es am Ende heißt: „Wer also Wein trinkt, wird selig“

Danach gab es wird einen Genuss für die Ohren, denn der Pos. Chor spielte die Sonata Es-Dur „Preludio“ von Antonio Vivaldi. Der Gaumen wurde anschließend von einem „Bornicher Rothenack, Riesling halbtrocken“ verwöhnt und Angelika Wahl berichtete in der 3. Lesung

Davon wie Jesus Wasser zu Wein verwandelte (Johannes 2, Verse 1-11). Ein kleines Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe und diexwein Lea Sophie Ruppenthal Vorstellung des Weinbaugebietes „Rheingau“ rundeten ihren Vortrag ab. Die Stimmung beim Publikum nahm langsam zu, wozu auch das folgende Orgelstück, „I danced in the Morning“ von Silke Werth beitrug. Der vierte Wein ein „Loreley Spätburgunder, Weißherbst“ wurde getrunken, Uli Leidner befasste sich in seiner Lesung mit dem Thema „Liebe und Wein“ und las dazu aus dem Hohelied 7, die Verse 2,8-10. Dem Publikum gab er noch Ratschläge zum Thema „Frauen und Wein“ und stellte abschließend das Weinbaugebiet Mosel-Saar -Ruwer vor. Es folgten weitere Klavierstücke von Madleen Eichenauer (River flows in you und Galaxy) und von Lea Sophie Ruppenthal (Ballade pour Adeline). Die Weine wurden lieblicher, die Musik beschwingter und auch die Wangen der Gäste bekamen langsam Farbe. Man probierte einen „Bornicher Rothenack, Kerner lieblich“, Gerhard Zulauf befasste sich in der letzten Lesung mit dem richtigen „Maß“ (Lukas6, Vers 38) und damit, ob man Wein mit Wasser trinken solle (Makkabäer 15, Vers 39).

Auch er zitiert abermals den Geheimrat Johann von Goethe und stellte das Weinbaugebiet „Pfalz“ vor. Der Posaunenchor wechselte schließlich bei seinem nächsten Musikstück in den beschwingten dreiviertel Takt und präsentierte den begeisterten Zuhörern ein Walzer-Potpourri vom Johann Strauss, wobei leicht mitgeschunkelt und auch bei vielen bekannten Melodien mitgesungen wurde. Als Zugabe hatte der Vorsitzende der Winzergenossenschaft noch eine „St. Goarshäuser Loreley, Edel Riesling Auslese“ mitgebracht, welche die vorhergegangenen Weine in ihrer Süße und außergewöhnlichem Geschmack übertraf.

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Silke Werth spielte dann noch ein „Oastinato“ zu einem Choral im Bolero Rhythmus, Herbert Schott bedankte sich beim Publikum und bei allen Mitwirkende und stellte fest, dass man mit diesem Angebot zwar Neuland für Groß-Felda betreten hatte aber es eine gute Entscheidung war diesen Weg zu gehen. Stehende Ovationen des Publikums bestätigten ihn in seiner Aussage, der Posaunenchor spielte zum Schluß noch das Potpurri „Bella Italia“ und anschließend war das benachbarte Gemeindezentrum noch Treffpunkt für Alle die vom Wein und der Geselligkeit noch nicht genug hatten.