Der Vulkan Swingt - Workshop mit der Giessener Jazz Big Band

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Die Giessener Jazz Big Band begeisterte am vergangenen Samstag die Zuhörer in der Feldahalle in Groß-Felda. Die Kultur Nacht Feldatal hatte zu diesem musikalischen Leckerbissen geladen und mit der Giessener Jazz Big Band eine namhafte Band eingeladen, die in der klassischen Besetzung der großen Jazz-Orchester auftritt. Dies bedeutet, dass neben einer Sängerin mit einem 5-stimmigen Saxophon-Satz, vier Trompeten, vier Posaunen und der Rhythmus-Gruppe mit Klavier/Keyboard, Baß, Gitarre und Schlagzeug gespielt wird. Die Band besteht aus etwa 20 Musikerinnen und Musikern. Mit Ausnahme des Schlagzeugers sind alle Mitglieder der Band Amateure, verfügen aber fast alle über langjährige Big Band-Erfahrung. Begeisterung kam vor allem dann auf, wenn die Sängerin Kerstin Lenk den Musikstücken mit ihrer Stimme noch den letzten Schliff verlieh. Während des gesamten Konzertes waren immer wieder Soloeinlagen der einzelnen Musiker zu bestaunen. Das Repertoire der Gießener Jazz Big Band umfaßt Titel unterschiedlicher Stilrichtungen - von Swing bis Rock. Dabei werden in der Regel die Original-Arrangements von zum Beispiel Tommy Dorsey, Harry James und Glen Miller gespielt. Die Zuhörer in der Feldahalle dankten es den Musikern mit reichlich Applaus und Zugaberufen.

Eröffnet wurde das musikalische Programm aber von einer anderen Formation. Die Kulturnacht Feldatal veranstaltete gemeinsam mit dem evangelischen Posaunenchor Groß-Felda im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten einen Jazz Workshop. Unter dem Motto „Der Vulkan Swingt“ hatten sich zahlreiche Musiker zusammen gefunden, um gemeinsam diese neue Musikrichtung zu erarbeiten. Trotz intensiver Werbung in allen Oberhessischen Posaunenchören, bei befreundeten Musikkapellen und umfangreicher Pressearbeit, lag man wohl mit dem Angebot nicht ganz auf der Wellenlänge der vielen Musikfreunde. So trafen sich am Samstagmorgen lediglich 13 Musiker um in die Welt des Swings, Blues in Verbindung mit Elementen aus dem Jazz einzutauchen. Vertreten waren ein E-Bass, Schlagzeug, Querflöte, Saxophon, Posaune und Trompeten. Jens Hunstein, der neue Leiter der Giessener Jazz Big Band verstand es die Teilnehmer sofort zu begeistern und die, für manche Teilnehmer neue Welt der Musik mitzunehmen. Nach den obligatorischen Einblasübungen und theoretischen Erläuterung zu den jeweiligen Stücken, wurden zunächst einige kniffligen Passagen eingeübt und dann die verschiedenen Teil zu einem fertigen Musikstück zusammengefügt. Das erste Stück „Good News“ arrangiert von Sammy Nestico und auch das Stück „Martinique“ ebenfalls von Sammy Nestico konnten so bis zu Mittagspause erarbeitet werden. Nach der Stärkung und einer Erholungspause machte man mit „Jammin“ einem klassischen  Jazzstück weiter. Hier galt es zunächst die einzelnen, im Stück immer wiederkehrenden Elemente zu proben und dann startete man den Versuch mit den einzelnen Instrumenten eigene Improvisationen einzubauen. Hierzu bediente man sich einem bestimmten Tonumfang aus der vorliegenden Tonart und konnte dann selbst bestimmen was man spielte. Dies war völliges Neuland für die Teilnehmer, aber schon nach weniger Zeit faste sich einer nach dem anderen den Mut und blies sein Solo. Workshopleiter Jens Hunstein zeigte sich sehr zufrieden mit den Ergebnissen und war begeistert von den Soloeinlagen. Die restliche Zeit des Tages nutzte man noch zur Vertiefung der drei eingeübten Stücke.

Peter Damm von der Kulturnacht Feldatal zeigte sich sichtbar erfreut über den Gelungenen Workshop, wenngleich er sich über eine bessere Teilnahme am Workshop und über mehr Besucher bei der Abendveranstaltung gefreut hätte.