Vogelsbergkreis/Laubach (pm). Zu ihrer Bezirksversammlung trafen sich kürzlich die Oberhessischen Posaunenchöre im Laubach-Kolleg um auf ein durchaus erfolgreiches Jahr 2013 zurückzublicken. Über 60 Chöre sind aktuell im Bezirk Oberhessen registriert und über die Hälfte davon kommen aus dem Vogelsbergkreis. Die Vorsitzende Lydia Appel-Moritz aus Alsfeld-Altenburg stellte bei ihrer Begrüßung fest, dass rund die Hälfte der Posaunenchöre einen oder mehrere Vertreter zur Bezirksversammlung geschickt haben. Ihr besonderer Gruß galt dem Vorsitzenden des Posaunenwerks der EKHN Gerhard Zulauf  aus Groß-Felda, sowie Herrn Dekan Norbert Heide aus Grünberg. Propst Matthias Schmidt ließ sich entschuldigen, grüßt aber die Posaunengemeinde recht herzlich. Wie bei Bläsern üblich eröffnete man die Versammlung mit dem Choral „Lass die Wurzeln unsers Handel “ Anschließend hielt Dekan Heide eine Andacht in der er die Bedeutung der Posaunenchöre hervorhob. Es ist gut, dass es euch gibt, rief er zum Abschluss seiner Andacht den Bläserinnen und Bläsern zu.

Die Vorsitzende begann ihre Ausführungen mit den Aufgaben der Posaunenchöre wie sie u.a. in deren Satzung stehen: „Die Gemeinde Jesu Christi lobt und bezeugt Gott und das Kommen seines Reiches auch durch Singen und Musizieren. Dazu trägt der Dienst der Posaunenchöre gemeinsam mit allen anderen Formen der Verkündigung bei…………“  - Posaunenchöre sind ein wichtiger Baustein in der Verkündigungsarbeit der Ev. Kirche. Es gibt kaum ein besseres Beispiel für den engen Zusammenhang von Musik und Verkündigung, wie die Bläsermusik der Posaunenchöre. Sie leistenihren Dienst in Gemeinde und Kirche. Sie wirken mit bei Gottesdiensten, Festen und Feiern der Kirche und tragen durch Musizieren zur öffentlichen Verkündigung bei. Posaunenchöre haben den Vorteile, dass sie nah dran sind an den Menschen. Sie können diese in ihrem Lebensumfeld außerhalb der Kirchen erreichen, so zum Beispiel auch in Altenheimen und Krankenhäusern. Allerdings erschweren die zunehmend beruflich erforderliche Mobilität, Belastungen und Anforderungen seitens der Schulen, aber auch andere Freizeitangebote die Rahmenbedingungen der Posaunenchöre vor Ort. Und trotzdem finden sich hier in Oberhessen regelmäßig  junge und alte Menschen, Männer und Frauen, Menschen mit unterschiedlicher Herkunft und Prägung zusammen,  um gemeinsam zu musizieren, aber auch die Geselligkeit zu pflegen. Alle investieren hier sehr viel Kraft in dieses Ehrenamt, so die Vorsitzende.

Appel-Moritz berichtete weiter von fünf Sitzungen des Bezirksvorstandes und vier Sitzungen des Landesposaunenrates statt.  Zu den Schwerpunkten der Arbeit des Bezirks Oberhessen zählten im vergangenen Jahr die Bemühungen rund um den Bläsernachwuchs. Als neuer Beisitzer wurde Florian Walter aus Grebenau in den Vorstand berufen. Er kümmert sich seitdem um alle Belange des Social Network, z.B. hat er einen Facebook Account eingerichtet. Auch fand im Juni eine Arbeitsphase von Junior Brass statt, in den Herbstferien gab es ein Jugendcamp in Flensungen. Insgesamt vier Konzerte brachten die Jugendlichen in Romrod, Flensungen, Maar und in Rosbach zu Gehör. Leider nahmen immer wieder die Kommunikation und Beratung mit den kirchlichen Gremien im Hinblick auf die Entscheidung  der Kirchenleitung, die drei Landesposaunenwarte Stellen mit einem gebündelten KW (kann wegfallen) Vermerk zu versehen einen großen zeitlichen Rahmen in Anspruch. Auch sorgte diese Entscheidung bei den Bläserinnen und Bläsern landauf und landab für großes Unverständnis und Irritationen, zumal in anderen kirchlichen Bereichen die Mitgliederzahlen stagnieren oder sogar rückläufig sind. Die Posaunenchöre können hier deutliche Zuwächse verzeichnen. Umso unverständlicher  ist den Posaunenbläsern deshalb die Entscheidung der Kirchenleitung diese wertvolle Arbeite zukünftig in Frage zu stellen. Die vier angebotenen Bezirksproben waren durchaus gut besucht  und auch in 2014 soll das Angebot erneut gemacht werden. Das Jahr 2013 war laut Lydia Appel-Moritz auch wieder ein Jahr der Chor- und Bläserjubiläen. So nahmen Vertreter des Bezirksvorstandes Oberhessen in Festgottesdiensten Ehrungen für Chöre und Bläser vor. Abschließend teilte sie der Versammlung, dass sie bei den anstehenden Vorstandswahlen nicht mehr für das Amt der Vorsitzenden zur Verfügung stehen werde. Landesposaunenwart (LPW) Albert Wanner  teilte der Versammlung in seinem Bericht mit, dass  die Lehrgänge in 2013 wieder gut besucht waren. Besonders die Anfängerlehrgänge erfreuten sich dabei großer Beliebtheit. Für 2014 konnte kein gedrucktes Lehrgangsheft erstellt werden. Er verwies auf die bekannte Web-Seite des Posaunenwerkes, wo die Termine abgerufen werden können.  Er informierte die Versammlung, dass aus seiner Sicht sich zunächst mit dem KW-Vermerk nicht viel ändere. Sollte jedoch ein Landesposaunenwart, aus welchen Gründen auch immer, aus seinem Amt ausscheiden, dann ändert sich alles. Es bedeute noch weniger Zeit für jeden einzelnen Chor. Auch die finanzielle Ausstattung werde künftig schwieriger. Fristgerecht gestellte Zuschussanträge wurden vom Arbeitgeber alle abgelehnt. Das bedeutet aber auch, dass die Chöre künftig ihre Jugendarbeit aus eigenen Mittel bestreiten müssen. Beide Tätigkeitsberichte wurden anschließend von den Versammlungs-teilnehmern lebhaft diskutiert.

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Karin Döll aus Lauterbach-Wallenrod informierte die Versammlung über  die Kassenlage des Bezirks Oberhessen und erhielt wie der gesamte Vorstand von der Versammlung  die einstimmige Entlastung. Danach standen dann die Wahlen zum neuen Bezirksvorstand auf dem Programm, die folgendes Ergebnis brachten. Neuer Bezirksvorsitzender wurde Dirk Weber (Groß-Felda), seine Stellvertreterin wurde  Simone Koch, als Schriftführer und Kassenwartin blieben Thilo Schulz und Karin Döll in ihren Ämtern, ebenso die beiden Beisitzer Erich Weidig und Florian Walter.

Unter Punkt „Verschiedenes“  verwies der Vorstand darauf, dass die nächste Bezirksversammlung am 7. März 2015 wiederum in Grünberg im Gemeindehaus  stattfindet.

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Das Bild zeigt die beiden ausscheidenden Vorstandsmitglieder Lydia Appel-Moritz und Herbert Schott