Konzert in der Evangelischen Kirche Helpershain

IMG_4181  HELPERSHAIN (mpe). Es war ein kühler Frühlingsabend mit  prallem Vogelgezwitscher in den Gärten. Einer, der es in besonderer Weise verstand,  die Besucher in der voll besetzten Kirche von Helpershain zu berühren. Anderthalb Stunden, in denen die Zuhörer die Chance hatten innerlich auszusteigen. Aus der Jagd des Alltags, um sich einzulassen auf Musik der ruhigeren Gangart, auf Lesungen, die Gutes versprachen. Dabei leiteten chorische oder instrumentale Darbietungen emotional hin auf das nicht immer leichte Unterfangen, die angespannten Flügel einfach mal hängen zu lassen. Was schließlich wiederum die geeignete Basis bot, um die Lesungen voller Optimismus von Pfarrer Manfred Benz aufzunehmen und zu verinnerlichen. Erstmals hatte die  Kirchengemeinde Helpershain eingeladen zu einer „Geistlichen Abendmusik“ in dieser Art. Gesteckt wurde der stimmungsvolle tragende musikalische Rahmen durch den „Jubiläumschor Helpershain“ unter der Leitung von Horst Georg, durch den Evangelischen Posaunenchor Groß-Felda unter der Leitung von Dirk Weber, sowie durch Christian Karl, der einmal mehr durch brillantes Spiel auf der Orgel begeisterte.  Horst Georg hatte sich dabei das Los einer besonderes musikalisch-sportlichen Variante auferlegt: Treppauf zur Empore, wieder treppab sauste er - zum einen, um als Spieler auf seinem Tenorhorn den Posaunenchor im Altarraum zu verstärken. Zum anderen, um nach seinem „Stellungswechsel“ wieder schwungvoll den Taktstock als Dirigent für die …  Damen des Chors zu schwingen. Mehr aus der Neuzeit stammte das gebotene Repertoire vom „Jubliläumschor Helpershain“, eine Formation, die  sich 2007 zum 100-jährigen Bestehen der Kirche gegründet hat.  „Wo ich auch stehe“, „Wunder geschehn“, bekannt durch Schlageridol Nena oder „Du bist ewig“  (bekannt durch Clemens Bittlinger), waren unter anderem Titel, die in ihren  eindrucksvollen Darbietungen nicht zuletzt eine gute Portion Zuversicht zu transportieren verstanden.  Mit  viel Freude am Gesang und klarem Klangbild setzte der Chor seine Akzente.

Flackernde Kerzen in den mächtigen Kirchenfenstern und auf dem Altar mit den roten frischen Tupfen -  Tulpen aus dem Garten hatten den Frühling herein geholt. Auf den blitzenden Blasinstrumenten wurde das hereinbrechende Licht der Dämmerung aufgefangen.  „Herr, mit all meinen Wegen bist du vertraut … Du bist überall – Wohin ich auch gehe, deine Hand würde mich leiten.“ Voller  Vertrauen zu Gott sprachen die von Manfred Benz gelesenen Texte. Ineinander über gingen sie auch  mit den beeindruckenden Klängen des Ev. Posaunenchors Groß-Felda. Dieser setzte einerseits auf modernere Literatur wie beispielsweise „Gabriella´s Song“, „Heaven“ von Hans Zellner oder auf  locker schwingende alte Titel wie „Plaisir d´amour“ oder die „Barcarole“ von Jacques Offenbach.  

 „Ich werde euch wiedersehen“, zitierte Pfarrer Manfred Benz Jesus. „Die Freude wird groß sein und ihr werdet vollkommen sein.“  Auch diese Worte von Pfarrer Manfred Benz wurden getragen durch den darauf folgenden musikalischen Teil. In diesem Falle war es Christian Karl, der die Zuhörer wie auf Flügeln entführte -  mit einer Meditation von Johann Sebastian Bach. Zu seinem Repertoire gehörten außerdem dazu eine Toccata aus dem 17. Jahrhundert von Buxtehude, sowie unter anderem einfühlsam gespielte Choräle.  Auf den Punkt mit seinem versteckten Humor setzte Pfarrer Manfred Benz sein „Macht´s gut!“ an die Besucher. Die sich mit begeisterten stehenden Applaus verabschiedeten: „Ein bisschen länger gedauert als geplant hat es nun. Und die Erde hat sich in dieser Zeit gedreht, ohne dass Sie etwas dafür tun mussten!