Ein Glas auf den Glockenturm

Ev. Kirchengemeinde hatte zur „Biblischen Weinprobe“ in die Kirche eingeladen

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Zu einer besonderen Veranstaltung hatte die Evangelische Kirchengemeinde Groß-Felda im Rahmen der laufen Spendenaktionen zur Sanierung des Glockenturms am vergangenen Wochenende eingeladen. Auf dem Programm stand die dritte „Biblische Weinprobe“ und das Angebot stieß auf großes Interesse, denn die Kirche war volöl besetzt.

Versprochen hatte der Veranstalter einen Genuss für den Gaumen, die Nase und für die Ohren und die Gäste wurden nicht enttäuscht. Grundgedanke war biblische Inhalte zum Thema Wein mit einem genussreichen Ereignis zu verknüpfen und dabei alle Sinne mit einzubeziehen.

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Nach einer Eröffnungsmusik der Bläser des Ev. Posaunenchores unter der Leitung von Dirk Weber, dem „Trumpet Voluntary“ von Jeremiah Clarke, übernahm Pfarrerin Susanne Gessner die Begrüßung der Gäste und wies noch einmal auf die Situation rund um den maroden Glockenturm hin. Herbert Schott vom Kirchenvorstand gab zunächst noch eine kurze Einführung zum Ablauf der Weinprobe und ging auch an dieser Stelle kurz auf die Wein- und Festgeschichten der Bibel ein. Vor der ersten Probe spielte Silke Werth an der Orgel „Alla Marcia“ von Thomas Adams. Friedel Becker, der Vorsitzende der Winzergenossenschaft Loreley Bornich, den ersten Wein einen „Bornicher Rothenack, Rivaner trocken“ vor. Mit seiner humorvollen, lockeren Art hatte er die Besucher schnell auf seiner Seite und dass er all seine Erläuterungen in seiner Mundart sprach, gab der Vorstellung nebenbei noch eine besondere Note. In einer ersten Lesung von Kirchenvorstandsmitglied Ernst Uwe Offhaus zum Thema berichtete er wie Noah den Weinbau entdeckt und die Menschheit ihm wohl den Wein verdankt. In der Tat reichen Nachweise für den Weinbau über 7000 Jahre zurück. Auch erzählt die Bibel vom ersten Rausch, den je ein Mensch, nämlich Noah,  hatte. Es folgten zwei Liedbeiträge Jubiläumschores aus Helpershain unter der Leitung von Horst Georg. Sie sangen als erstes „Ich bin der Weinstock“ nach einem Text von Clemens Bittlinger und danach „So soll es sein“ ein Abendmahlslied. Danach verkostete man einen halbtrockenen Loreley Riesling wo Fredericke Bonn, ebenfalls von der Winzergenossenschaft Loreley Bornich, Erläuterungen zur Sorte und zur Lage gab. Angelika Wahl hatte bei der zweiten Lesung das Thema „Riesentrauben im versprochenen Land – Die Erkundung des Landes Kanaan“ und berichtet u. a. auch in Abschnitten aus dem 4. Buch Mose Kap. 13, Verse 1-27 Danach gab es wieder einen Genuss für die Ohren , denn der Posaunenchor spielte „Alta trinitata beata“ und den Titel „Traumreise“ von Monika Hofmann. Der Gaumen wurde danach von einem feinfruchtigen „Loreley Spätburgunder Weißherbst“ verwöhnt und Dorothee Schneider vom Kirchenvorstand berichtete in der dritten Lesung von einer siebentägigen Feier zur Einweihung eines Tempels zu dem der Ba2014 Weinprobeuherr König Salomo höchst persönlich eingeladen hatte. Weinhäuser luden in der damaligen Zeit zum Zechen ein (Hohelied 2,Vers4 und jeder Palast hatte seinen Festsaal wie es in Daniel 5 Vers 10 steht. Die Stimmung beim Publikum nahm langsam zu, wozu auch die weiteren Liedbeiträge des Helpershainer Chores mit „Wo ich auch stehe“ von Albert Frey und „Was keiner wagt“ nach einer Musik von Konstantin Wecker, sorgten. Als vierte Probe reichte man den Gästen einen Bornicher Rothenack, Riesling Spätlese lieblich. Betina Falk vom Kirchenvorstand befasste sich in ihrer Lesung mit den Gefahren des Alkohols und zitierte dabei aus den Sprüchen Salomos verschiedene Kapitel und Verse. Eine offizielle Einladung zu einem Gelage überlieferte uns auch Jesaja: „Kommt her, ich hole den Wein. Wir trinken uns voll mit Wein. Und wie heute, so soll es auch morgen sein; hoch soll es hergehen. (Jes. 56, 12). Danach ging mit dem Posaunenchor im Dreivierteltakt mit der „Barcarole“ von J. Offenbach weiter, wobei imPublikum schon kräftig mitgeschunkelt wurde. Danach folgte noch „One Moment in Time“ nach der Melodie von Albert Hammond und John Bettis. Im Laufe der Weinprobe wurden die Weine immer lieblicher, die Musik beschwingter und auch die Wangen der Gäste bekamen langsam Farbe. Man probierte einen „Bornicher Rothenack“ Regent. Herbert Schott befasste sich danach noch mit dem Thema „Jesus, ein Vielfraß und Säufer? – Johannes und Jesus“ Auch Jesus trank Wein und ging damit einen deutlich anderen Weg als beispielsweise Johannes der Täufer, und scheute die Gefahr nicht, von seinen Gegnern als „Fresser und Säufer“ diffamiert zu werden. Jesus war kein erklärter Gegner des Weines. In einer einzigen Schriftstelle warnt er direkt: „Nehmt euch in Acht, dass der Rausch und Trunkenheit und die Sorgen des Alltags euch nicht verwirren (Lukas 21, 34). Der Chor aus Helpershain sang noch „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ von Hanne Haller und Bernd Meinunger und Wunder gescheh´n. Als Überraschungstropfen präsentierte Friedel Becker zum Schluss noch eine 2011er Loreley Riesling Auslese und Silke Werth spielte an der Orgel noch „Lobet und preiset“ von Matthias Nagel. Pfarrerin Susanne Gessner bedankte sich abschließend bei den Besuchern und allen Mitwirkenden ganz herzlich und lud zum Weiterfeiern in das benachbarte Gemeindezentrum ein. Als „Rausschmeißer“ und als Übergang zum gemütlichen Teil spielte der Posaunenchor noch den Walzer „Wenn der Wein blüht“ und die Polka „In der Weinschenke“ beide von Robert Payer. Ein gelungener Abend der sicherlich seinen Teil zur Sanierung des Glockenturms beigetragen hat.