Gedenkfeier zum Volkstrauertag in Groß-Felda

In einer gemeinsamen Gedenkfeier, gestaltet von der ev. Kirchengemeinde, dem Ortsbeirat Groß-Felda und der Reservistenkameradschaft Groß-Felda,  gedachte man am Volkstrauertag den Opfern der beiden Weltkriege, von Gewaltherrschaft und Terror am Ehrenmal auf dem Friedhof in Groß-Felda. Nach einer Eröffnungsmusik durch den Ev. Posaunenchor richtete zunächst Pfarrerin Susanne Gessner in ihrer Ansprache Worte des Gedenkens an die versammelte Gemeinde.

Volkstrauertag Groß-Felda 2015

Sie begann ihre Ansprache mit folgenden Worten von unserem Bundespräsidenten Joachim Gauck, die er bei der zentralen Gedenkveranstaltung im letzten Jahr im Bundestag sagte: „Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker. Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren. Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderem Volk angehörten, einer andren Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren, oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als Lebensunwert bezeichnet wurde. Wir gedenken derer, die ums Leben kamen weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und auch derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.“ Gessner nahm weiter Bezug auf die aktuellen Kriege und Bürgerkriege. Wir trauern um deren Opfer, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten und anderer Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren haben. Wir trauern mit allen, die Leid tragen um die Toten und teilen ihren Schmerz. Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern, und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt. Wir schließen heute in unsere Gedanken auch all die Menschen ein, die durch die brutalen Anschläge in Paris ums Leben gekommen sind und die, die um diese Menschen als Angehörige und Freunde trauern. Die Erinnerung an den Verlust von Menschen heute am Volkstrauertag, 70 Jahre nach Kriegsende, darf nicht bei der Trauer über den Verlust stehenbleiben. Die Erinnerung sollte uns im Gegenteil Mut machen in unseren Tagen für Frieden und Freiheit einzustehen. Dazu gehöre auch, diejenigen, die heute in unserem Land Schutz vor Krieg und Terror suche, diesen Schutz zu gewähren und ihnen hier bei uns ein Leben in Frieden und Freiheit zu ermöglichen.

Nach einem weiteren Choralvortrag durch den Posaunenchor richteten der Vorsitzende der Reservistenkameradschaft Groß-Felda Hans Joachim Gelhar und Ortsvorsteher Robert Belouschek mahnende Worte an die Besucher der Feierstunde. Beide betonten in ihren Ansprachen, dass der Frieden bei uns, der nun schon 7 Jahrzehnte dauert, nicht selbstverständlich ist. Ganz aktuell, wo Menschen durch blinden Terror getötet und verletzt werden, wird uns dies immer wieder vor Augen geführt. Gewalt ist auch heute noch ein Teil der europäischen Wirklichkeit. Auch besinnen wir uns heute auf diejenigen, die durch Kriege und Verfolgung auf der Flucht sind, die heimatlos sind und ein sicheres Land suchen, wo sie ihr Leben in Freiheit selbst  bestimmen können. Lasst uns diesen Menschen helfen, soweit wir können, so der Ortsvorsteher abschließend.

Zum Gedenken legten er und sein Ortsbeiratskollege Peter Weiß sowie Vertreter der Reservistenkamerad dann unter den Klängen des Liedes „Ich hat einen Kameraden“ einen Kranz am Ehrenmal nieder. Mit einem Gebet, dem gemeinsam gesprochenen Vaterunser, und einer Schlussmusik des evangelischen Posaunenchores endete die Andacht zum Volkstrauertag.