Festgottesdienst zum Jubiläum

Ev. Posaunenchor feiert 60 jähriges Bestehen

Feldatal, Groß-Felda (hso). Den Ev. Posaunenchor Groß-Felda gibt es in der Feldatal Gemeinde nunmehr seit 60 Jahren.  In diesen Jahren ist der Chor zu einem wichtigen Kulturträger gereift, was die zahlreichen Einsätze und vielfältigen Aufgaben der Bläserinnen und Bläser dokumentieren. Weiterhin hat der Posaunenchor in den vielen Jahren seines Bestehens, durch die Ausbildung von jungen Menschen, einen wichtigen gesellschaftspolitischen Beitrag im Bereich der Jugend- und Sozialarbeit geleistet und wir d dieser wichtigen Aufgabe auch weiterhin gerecht. So der übereinstimmende Tenor in den Grußworten im Rahmen der Feierstunde am letzten Sonntag im Ev. Gemeindezentrum in Groß-Felda. Vorausgegangen war ein Festgottesdienst in dem das Geburtstagskind und der Posaunenchor Stumpertenrod, sowie  Organistin Silke Schmidt für die ausgezeichnete musikalische  Stimmung sorgten. Den Gottesdienst hielt Pfarrer Peter Weigle und die ehemalige Groß-Feldaer Pfarrerin Susanne Gessner hielt die Festpredigt. Einen großen Rahmen nahmen auch die zahlreichen Ehrungen für den Chor selbst und die Bläserinnen und Bläser, durch das Posaunenwerk der Ev. Kirche in Hessen und Nassau, ein. 2019 Posaunenchor Jubiläum 1

Die beiden Posaunenchöre unter der Leitung des Stumpertenröder Chorleiters Daniel Roth begrüßten zum Festgottesdienst die Gäste in der vollbesetzten Groß-Feldaer Kirche mit dem „Choro Festivo“ von Johann Sebastian Bach. Pfarrer Peter Weigle  beglückwünschte  in seiner Begrüßungsansprache den Jubiläumschor  und stellte dabei gleich die Bedeutung der Musik für die Menschen in den Mittelpunkt. Es folgte ein „Doppelchor“ von Johann Sebastian Bach als Vorspiel zum Choral „Nun danket alle Gott“  Auch das sich anschließende Gemeindelied  wurde als „Bachsatz“ gespielt wobei in der  3. Strophe eine brillierende Trompeten Oberstimme dazu kam. In beiden Stücken und auch im folgenden Programm harmonierten beide Posaunenchöre sehr gut zusammen und dies nach nur einer einzigen gemeinsamen Probe  in der Woche vorher. Orgel und Posaunen spielten vor der Festpredigt von Susanne Gessner das Gemeindeliede „Möge die Straße uns zusammen führen“  von Frank Dörschel nach einem Motiv von Pachelbel. In ihrer Predigt ging Pfarrerin Gessner zunächst auf die Gründung des Posaunenchores im Jahr 1959 ein. Ausschlaggebend war ein Besuch  eines Posaunenchores aus Klingelbach im Taunus aus der Heimatgemeinde des damaligen Pfarrers Wolfgang Künkel. Begeistert von diesem Auftritt stellte sich gleich die Frage,  ob man so etwas nicht auch in Groß-Felda haben könnte. Es blieb nicht bei einem Wunsch! Gesagt und getan ! In der Woche vor dem ersten Advent 1959 trafen sich zum ersten Mal 16 Bläser um ein Instrument zu erlernen und zu proben. Am 1. Weihnachtsfeiertag war dann der erste öffentliche Auftritt. Wenn auch gar mancher Ton noch daneben ging, so war die Freude bei der Gemeinde und bei den Bläsern an Weihnachten sehr groß. Was damals mit vielen Fragezeichnen angefangen hat, entwickelte sich, so Pfarrerin Gessner zu einem  immer größer, besser und bedeutender werdenden Chor,  der nun heute seinen 60. Geburtstag feiern kann. Auch besonders die Vielfalt der Musik im Chor habe die Menschen über die Jahre hin erfreut, denn neben den „Chorälen“ gehört auch die „Volksmusik“  dazu Gott zu  preisen und zu loben. Weiterer Schwerpunkt in ihrer Predigt war dann die Geschichte der „Posaunen von Jericho“, die mit ihrer erzeugten Macht die Mauern der starken Festung  von Jericho zusammenfallen ließen. Vor den „Ehrungen“ spielten die Bläserinnen und Bläser das Stück „Rückblick“ von der zeitgenössischen  Komponistin Anne Weckesser. Silke Schmidt präsentierte danach gekonnt ein Stück auf der Orgel. Stefanie Freymann vom Posaunenwerk der EKHN zeigte sich begeistert und beeindruckt von der Klangfülle beider Chöre  und gratulierte  dem Geburtstagskind im Namen des Posaunenwerks ganz herzlich und ehrte danach folgende Bläserinnen und Bläser des Jubiläumschores. Die „Silberne Bläsernadel“ erhielten an diesem Tag Noemi Schlosser, Mia Großhaus, Anna Becker und Willi Petrick. Mit der „Goldenen Bläsernadel“  wurden Karlheinz Döring, Rudi Falk, Helmut Greif Hans Jürgen Meyreiß und Volker Mettler ausgezeichnet. Alle tuen ihren Dienst im Posaunenchor  seit 25 Jahren und mehr.  Mit „Danke Urkunden“  für mindestens      40 Jahre und mehr Bläserdienst im Posaunenchor wurden  dann  Rolf Semmler, Harald Kratz, Manfred Dreiucker, Dieter Stein und Gerhard Zulauf, sowie in Abwesenheit Michael und Angelika Wahl ausgezeichnet. Für 50 Jahre und mehr Bläserdienst erhielten Ulrich Leidner, Wilfred Tuppi, Joachim Weiß und Herbert Schott ebenfalls eine „danke Urkunde und einen zertifizierten Kunstdruck des Französischen Malers Svlain  He´non  in einer limitierten Auflage. Last but not least überreichte Frau Freymann  dem Vorsitzenden Gerhard Zulauf, stellvertretend für den  Posaunenchor Groß-Felda, eine Urkunde zum 60-jährigen Bestehen und sprach auch ihren besonderen Dank und Anerkennung aus. Es folgen Gemeindelied „Nun danket all und bringet Ehr“ ebenfalls nach einem Satz von Anne Weckesser und nach Segen und Vater unser das Schlusslied „In dir ist Freude“.  Lang anhaltende stehende Ovationen gab es dann schließlich nach der Musik zum Ausgang. Überwältigend der Klang und die Darbietung des „Highland Cathedral“ von Ulrich Roever u. Michael Korb aus dem Jahre 1982. Besonders das Crescendo zum Ende des Stückes hin, lies die Kirchenmauern  der Groß-Felda Kirche erzitterten. 2019 Posaunenchor Ehrung 22019 Posaunenchor Ehrung 1

Im Anschluss daran fand im benachbarten Gemeindezentrum die Geburtstagsfeier des Chores statt. Auch hier waren alle Plätze im Nu besetzt und es musste noch für zusätzliche Sitzgelegenheiten gesorgt werden. Vorsitzender Zulauf begrüßte die Gäste, darunter auch etliche ehemaligen Bläser, und lud zum Kaffee und Kuchen sowie zum deftigen „Wurstbrot“ ein. Im Rahmen dieser Feierstunde gab der mit 57 Jahren „Dienstälteste  Aktive“ im Chor Herbert Schott noch ein kurzen  Abriss über die vergangenen 60 Jahre. Zu Beginn seiner Ausführungen widersprach er den Ausführungen in der Presse über die diesjährige Bezirksversammlung in Grünberg. Aus seiner Sicht haben Posaunenchöre nicht unbedingt ein „Altbackenes Image“  Sie haben in ihren Gemeinden einen festen Platz und hier gilt es auch Traditionen zu pflegen und zu bewahren. Sicherlich ist es aus seiner Sicht wichtig, sich neuen Entwicklungen nicht zu verschließen. Man müsse sich aber auch mit dem was man im Chor mache identifizieren und auch nicht auf Biegen und Brechen jedem aktuellen Trend hinterher laufen.  Derzeit müsse das Geburtstagskind r auch zwei Wechsel in der Kirchengemeinde verkraften. Zum einen den Weggang von Pfarrerin Susanne Gessner und die unerwartete  Kündigung des jetzigen Chorleiters Dirk Weber zum Ende März. Dies habe ihn besonders getroffen und er machte aus seiner Enttäuschung darüber keinen Hehl. Die drei Kirchengemeinden des Kirchspiels rief er auf, den Chor nach besten Kräften zu unterstützen, dass die Chorleiterstelle wieder besetzt werden kann. Im eigentlichen Rückblick auf die 60 Jahre Posaunenchor nannte er besondere Höhepunkte im Leben des Posaunenchores. Er erklärte den Alltag  eines Posaunenchores und zeige auch die Entwicklung  auf. Eigentlich ging es in unserem Chor immer bergauf, so Schott. Er zitierte aus der Presse über das 40 jährige Jubiläum wo zu lesen war: „Aus dem Nichts hinaus ging es 40 Jahre bergauf“  Der  50. Geburtstag  war ein Höhepunkt in der Chorgeschichte. 41 Bläserinnen und Bläser und neun Nachwuchsbläser gehörten dem Chor damals an. Im Jahr 2013 trat er selbst als Chorleiter zurück und übergab den Dirigentenstab an Dirk Weber. Dieser verlässt nun den Chor auf eigenen Wunsch. ES folgten Grußworte, Dankesworte und auch Aufmunterungen für die nächsten Jahre  an das Geburtstagskind  von  Dekan Dr. Jürgen Sauer, Bürgermeister Leopold Bach, Oswin Hacke vom Spielmanns- und Fanfarenzug, von Dr. Wolfgang Hartmann vom TV/VFR Groß-Felda, von Hans Gelhar von der Reservistengemeinschaft sowie vom  Rassegeflügelzuchtverein. Schriftliche Glückwünsche  verlas Herbert Schott von den ehemaligen  Pfarrern Klaus Steckenreuther und Volker Hofmann. Noch lange saß man zusammen und tauschte Erinnerungen aus den 60 Jahren  aus.