Flandernrundfahrt 2006

Für seine diesjährige Mehrtagesfahrt hatte sich der Ev. Posaunenchor Groß-Felda ein neues – und wie alle meinten – ein besonders schönes Ziel ausgesucht – „Belgien a´la Carte“ war das Motto der Reise und führte die Bläserinnen und Bläser nach Belgien wo in Oostende Quartier gemacht wurde und von wo aus die vielen Sehenswürdigkeiten von Flandern angesteuert wurden. Ziele waren die Städte Gent, Oostende und Umgebung, Brügge und zu guter letzt die Hauptstadt Brüssel.

Die Reisegruppe startete am Donnerstag vor Fronleichnam um 6.00 Uhr in Groß-Felda zunächst in Richtung Gent. Dort erwartete dann gegen 13.00 Uhr der ständige Reisebegleiter „Ernst Otto“ die Teilnehmer. Zunächst war dann eine Stadtführung in Gent vorgesehen. Erstes Ziel war dort die „St. Bravo-Kathedrale“ mit dem berühmten Genter Altar, dem weltberühmten Gemälde von Hubert und Jan van Eyck. Der Anblick dieses Kunstwerkes ist atemberaubend. Bis alle zwölf Tafeln mit den farbenfrohen, detailversessenen Szenarien der „Anbetung des Lamm Gottes durch die Christenheit“ gebührend bewundert sind, vergeht einige Zeit. Anschließend ging es weiter zur Nikolaikirche, zum alten Hafen, zum Schloss der Grafen von Flandern und zum Freitagsmarkt. Gent gilt als eine der schönsten historischen Städte Europas, wovon man sich auf dem gesamten Rundgang immer wieder überzeugen konnte. Stattliche Gildehäuser und viele Kunstwerke bezeugen den schon früh erworbenen Reichtum der Handelsstadt. Haupteinnahmequelle war damals der Handel mit dem weltberühmten flandrischen Tuch, der im 14. und 15. Jahrhundert Gent zur zweitgrößten Stadt nördlich der Alpen machte. Nach einer kurzen Weiterfahrt erreichte die Gruppe ihr Hotel in Oostende wo zunächst Gelegenheit bestand sich etwas Frisch zu machen und anschließend ein reichliches Abendessen eingenommen wurde. In ganz Flandern ist man dem guten Essen und Trinken verpflichtet. Das Nationalgetränk der Belgier ist gewiss das Bier. Das kleine Land hat eine große Vielfalt an unterschiedlich schmeckenden Bierkreationen zu bieten. Kirschige Biere, Biere mit Koriander, der Fantasie sind dort jedenfalls keine Grenzen gesetzt, wovon sich die Reisenden beim Begrüßungstrunk im Hotel überzeugen konnten. Der Rest des Tages konnte je nach Wahl dann zum gemütlichen Beisammensein im Hotel oder zum Bummel über die Strandpromenade und zu Erforschung der Kneipenszene genutzt werden.

Am zweiten Tag startete man nach dem Frühstück zu einer kurzen Fahrt nach Brügge.

Dort erlebte man bei einer Führung in zwei Gruppen durch den inneren Teil der Altstadt einen unbeschreiblichen Eindruck dieser Stadt. Vorbei am „Minnewater“ und dem Beguinenhof ging es zur Liebfrauenkirche wo man die Marmor-Skulptur von Michelangelo „Madonna mit dem Kind“ bestaunen konnte. Auf der Route lagen weitere Sehenswürdigkeiten wie der historische Fischmarkt, die „Heiligblut Kapelle“ und das „Alte Rathaus“

Gegen Mittag nutzen viele die Möglichkeit zur Stärkung in einem Lokal unmittel am Marktplatz, wo man bei herrlichem Wetter, im Freien sitzend, einen tollen Blick auf die vielen historischen Gebäude hatte. Danach bestand die Möglichkeit mit dem Reiseführer  einen Spaziergang durch das weniger bekannte, „hanseatische Brügge“ zu machen, der auch von vielen Teilnehmern genutzt wurde. Man besuchte das „Van Eyck Denkmal“, die Jerusalem Kirche mit dem Spitzencentrum der Klöpplerinnen. Hier konnte man den Künstlerinnen auch einmal beim der Arbeit über die Schultern schauen. Andere wiederum nutzten die Zeit für eigene Erkundungen. Gegen 17 Uhr waren die Bläserinnen und Bläser zu einer malerischen Bootsfahrt durch die Altstadt von Brügge aus dem 14. bis 16. Jahrhundert eingeladen. Vom Wasser aus boten sich wieder ganz neue Blickwinkel auf Gebäude, die man schon vorher von Land aus bewundern konnte. Ein abschließender Höhepunkt dieses erlebnisreichen Tages sollte ein festliches Abendessen in einem Traditionslokal „De Brugse Hanze“ über den Dächern von Brügge werden. Eine original „Breughelkapelle“, dabei handelte es sich um vier Musiker, sorgte mit internationalem Repertoire an den Tischen für die entsprechende Stimmung bei den Feldatalern. Es bestand dabei auch immer wieder Musikwünsche an die Kapelle zu richten, die diese auch in den meisten Fällen auf Lager hatten. Gegen 23 Uhr hieß es dann wieder Abschied nehmen von Brügge und für viele war dieser Abend dann in Oostende noch lange nicht zu Ende.

Nach kurzer Nacht startete man am dritten Tag der Reise nach dem Frühstück zur geplanten „kleinen Flanderntour“. Zunächst ging es nach Damme, dem früheren Seehafen von Brügge und der Geburtsstadt von Till Eulenspiegel, wo es Einiges zu besichtigen gab. Danach Weiterfahrt nach Zeebrügge wo man direkt am Seehafen Gelegenheit zu einem kleinen Strandbummel und zur mittäglichen Stärkung hatte. Eine Besichtigung der gigantischen Hafenanlage erfolgte danach per Bus und vermittelte bereits heute einen kleinen Eindruck zu welcher Größe dieser Hafen ausgebaut werden soll. Den Abschluss der Tour bildete der Besuch der bedeutenden Klosterdomäne „Ter Doest“. Dort gab es Gelegenheit zum Kaffeetrinken im angrenzenden Klosterlokal, was hier wirklich ein Zeremoniell ist. Gereicht wurde Kaffee satt in alten Kupferkannen und dazu der dort traditionelle Apfelkuchen, bei dem man eigentlich die Äpfel vermisste. Durch die malerische Landschaft Flanderns fuhr man dann zurück nach Oostende. Dort wollte man das Segelschulschiffs „Mercataor“, besuchen, die Besichtung fiel ab im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser, man kam zu spät zum Einlass auf das Schiff. Gegen 19.00 Uhr erwartete die Reisenden im Restaurant des Hotels gemäß dem Motto der Reise „Belgien a´ la Carte“ ein leckeres Abendessen mit Hummersuppe als Vorspeise, gebratenem Kabeljau mit jungem Gemüse und Kräuterkartoffeln als Hauptgericht und „Dame Blanche“ Vanilleeis mit warmer Schokoladensoße. Viele der Teilnehmer nutzten die Zeit danach noch zu einem Spaziergang zum Fischhafen, Fischmarkt. und zur Strandpromenade und wurden dort Zeuge eines herrlichen Sonnenunterganges am Meer. Andere fanden in den vielen kleinen Szenekneipen im Freien ein Plätzchen und ließen sich das Belgische Bier und auch den Genever munden.

Am frühen Morgen des letzten Reisetages ging es bereits in Richtung Heimat, wo man aber in Brüssel, „der Hauptstadt Europas“ noch einen längeren Zwischenstopp einlegte. Brüssel ist eine liebenswerte Stadt mit unzähligen Sehenswürdigkeiten aus der Vergangenheit und Gegenwart. Zum anderen liegt Brüssel in einer der schönsten und interessantesten Gegenden Belgiens, in einer Region mit bewegter Vergangenheit, zwischen stolzen Städten mit stattlichen Rathäusern und interessanten Kathedralen und auch noch mit vielen gemütlichen Dörfern. Hier erwartete die Vogelsberger eine ausführliche Stadtführung per Bus zu den wichtigen Sehenswürdigkeiten, wie z.B. das Königliche Schloss, das Atomium und das Europaparlament. Bei einem einstündigen Fußweg durch das Zentrum von Brüssel, durfte auch der Besuch des berühmten „Männeken Piss“ nicht fehlen. Auch hier bestand anschließend nach der Stadtführung wieder die Möglichkeit zur Stärkung und zu einem kleinen persönlichen Bummel in der Innenstadt. Von dort aus trat man dann die Heimreise in das schöne Feldatal an und alle waren der Meinung eine schöne gemeinsame Zeit verbracht zu haben.